„Fehlerverzeihende Straßen“ sind ein Konzept der Verkehrsplanung und Straßenraumgestaltung. Es berücksichtigt, dass Menschen Fehler machen, zum Beispiel durch kurze Unaufmerksamkeit oder eine falsch eingeschätzte Kurve. Straßen sollen deshalb so gestaltet sein, dass solche Fehler möglichst nicht zu schweren oder tödlichen Unfällen führen. Damit gilt das Konzept als ein zentraler Baustein der Verkehrssicherheitsstrategie „Vision Zero“.

Fehlerverzeihende Straßen bieten Raum, um Fahrfehler zu korrigieren, und mindern die Folgen eines Unfalls. Dazu gehören hindernisfreie Seitenräume, sichere Fahrbahnränder und geeignete Schutzplanken, die vor einem Aufprall auf Bäume oder Masten oder einem Absturz schützen. Eine gut erkennbare Straßenführung, deutliche und unmissverständliche Markierungen und angemessene Geschwindigkeitsbegrenzungen ergänzen diese Maßnahmen. [1]

In Deutschland sind Anforderungen an fehlerverzeihende Straßen in technischen Regelwerken der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) verankert. Dazu zählen die Richtlinien für die Anlage von Landstraßen (RAL), Autobahnen (RAA) und Stadtstraßen (RASt). [2, 3, 4] Den Einsatz von Schutzplanken und anderen Rückhaltesystemen regeln insbesondere die „Richtlinien für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme“ (RPS). [5, 6] Die Regelwerke werden kontinuierlich weiterentwickelt; ihre Anwendung wird durch Einführungserlasse der zuständigen Bundes- und Landesbehörden konkretisiert.

Der Grundgedanke des Konzepts fehlerverzeihender Straßen lautet: Ein kleiner Fehler darf nicht in einer Katastrophe enden.